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Once upon a dream - Druckversion

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Seiten: 1 2


RE: Once upon a dream - Medea Young - 06.04.2026

Medea wollte sich in keiner Welt mit Mammon anlegen, das hatte also wirklich auch einen Teil dazu beigetragen, dass sie sich für Lilith und ihren Zustand so verantwortlich gefühlt hatte. Lilith stimmte ihr dabei auch zu, was nicht verwunderlich war, schließlich kannte diese ihren Bruder sehr viel besser und sehr viel länger als Medea selbst. Wie sollte es auch anders sein? Medea war jung, sogar für menschliche Verhältnisse und das sagte eine Menge aus, vermutlich gab es nicht mal Zahlen die aussagten, wie lange Lilith und Mammon sich kannten, geschweige den lebten.
Lilith fragte wieso, Medea sich entschieden hatte ihr zu helfen und Medea musste dabei nicht lange überlegen.
„Ich konnte dich doch nicht diesen inkompetenten Wesen überlassen“ meinte sie dann und lächelte. „Ich bewundere dich schon eine Weile, eine knallharte Geschäftsfrau, die jedermann respektiert. Deine Aura, wenn du einen Raum betrittst ist immens. Als ich dich sah, so... angeschlagen, geschwächt... das konnte ich nicht zulassen“ versuchte sie dann zu erklären, was sie bewegt hatte und es war offensichtlich, dass Medea viel für die Teufelstochter übrig hatte. Sie bewunderte sie schon eine Weile und war daher umso glücklicher, dass sie es wirklich geschafft hatte und es Lilith nun auf jeden Fall wieder besser ging.
Außerdem wollte sie sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn sie Lilith nicht geholfen hätte und dabei dachte sie nicht nur an die Senior Partner, die eine sehr wichtige Geschäftspartnerin verloren hätten, wegen ihrer Nicht-Hilfe.
Medea nickte. „Natürlich weiß ich das, aber es zu erleben, macht einen großen Unterschied“ erklärte sie dann und dachte daran, wie Eury ihr das erste Mal ihre Gestalt gezeigt hatte. Natürlich hatte sie es zu dem Zeitpunkt schon gewusst, aber dennoch hatte es sie beeindruckt.
„Es ist theoretisches Wissen gegen praktisches Wissen. Ich wusste auch theoretisch, dass ich deinen Bruder erstarren lassen kann, war dennoch erleichtert, als es wirklich funktioniert hatte“


RE: Once upon a dream - Lilith - 09.04.2026

Lilith bewegte sich schon seit endlosen Jahrzehnten regelmäßig auf der Erde. Jahrhunderten wahrscheinlich, wenn man es genau nahm. Es gab in der Regel recht wenige Dinge, die sie hier noch überraschen konnten. Manche Gepflogenheiten der Erdlinge verstand sie nicht so wirklich, aber sie kannte sie und wusste mit ihnen umzugehen – in der Regel zu ihrem Vorteil.
Aber das, was Medea getan hatte – mitten in der Nacht ein Sonderteam innerhalb der Kanzlei mobilisert, Mammon tatsächlich dazu bewegt, dass er und Kisai innerhalb von kürzester Zeit aufgetaucht waren, einen Engel gefunden, der bereit war, seine gesamte Existenz aufs Spiel zu setzen… und all das unter dem Druck von Mammons sicherlich nicht harmlosen Drohungen. Sie kannte ihren Bruder und zog ihn oft auf für seine eher naiven Eigenschaften und Haltungen, aber Lilith wusste sehr gut, dass er auch anders konnte, wenn er wollte.
All das hatte sie in Kauf genommen… einfach so. Nicht nur, dass sie das nicht verstand, es schockierte sie auch. Klar, die Erdlinge fabrizierten zuhauf idiotische Dinge, beeinflusst von irgendwelchen Gefühlsregungen, die sie so hatten. Aber Medea kannte sie nicht einmal. Nicht wirklich.
… oder zumindest dachte Lilith das. Wenn sie ihren folgenden Worten Glauben schenkte, dann war dem allerdings nicht so. Sie sprach von ihrem Auftreten, ihrer Aura, was per se nichts Ungewöhnliches war… wenn sie denn als Tochter Luzifers aufgetreten wäre, bei Wolfram & Hart. Als Engel, der sie war. Aber Lilith war nicht Mammon, in der Regel verschleierte sie ihre Natur im Alltag bevorzugt, um nicht direkt aufzufallen. Zu viel Aufmerksamkeit war hinderlich für ihre Geschäfte und Pläne, und es spielte ihr meist in die Karten, wenn ihr Gegenüber sie unterschätzte. Das bedeutete aber, dass Medea dennoch Bewunderung für sie gefunden hatte… nur für sie, und ihr Verhalten. Jenseits ihrer Natur.
Sie wusste nicht so recht, was sie mit dieser Information anfangen sollte, und verfluchte sich im nächsten Atemzug direkt schon wieder selbst, weil es ihr vor ein paar Tagen noch einfach egal gewesen wäre. Was interessierte es sie, was eine wahllose Erdenbewohnerin über sie dachte und wieso sie der Meinung war, irgendwelche aufopferungsvollen Heldentaten für sie zu vollbringen?
Aber plötzlich tat es das. Es interessierte sie, und sie hatte Emotionen dazu. Es war furchtbar.
„Nun… ich stehe in deiner Schuld. Und das werde ich nicht vergessen“, war letztendlich ihre doch recht nüchterne, leicht distanzierte Antwort. Alles andere bekam sie nicht sortiert… also war es am einfachsten, sich auf die Basics zu konzentrieren. Sie verdankte Medea ihr Leben, also würde sie diese Schuld irgendwann ausgleichen. So lief es in der Hölle.

Und dann erklärte sie ihr direkt noch etwas – theoretisches gegen praktisches Wissen. Hatte sie nicht eben noch den Eindruck gehabt, einem enorm jungen Wesen gegenüber zu sitzen? Und nur Minuten später erklärte sie ihr die Welt. Aber dieser Erörterung konnte sie immerhin folgen. Besser als dem Rest, zumindest. Und derart amüsante Vorstellungen von Mammon erheiterten sie ohnehin immer. Lilith schmunzelte.
„Du hast ihn erstarren lassen? Ich wette das fand er hervorragend“


RE: Once upon a dream - Medea Young - 09.04.2026

Für Medea war es selbstverständlich gewesen zu helfen, allerdings verstand sie auch, dass Lilith nach Erklärungen suchte. Also versuchte sie ihre Beweggründe mit der anderen zu teilen, es war nicht ganz einfach zu erklären, aber Medea glaubte schon, dass Lilith sie schlussendlich verstanden hatte. Sie sagte jedoch nichts weiter dazu, sondern nur, dass sie in Medeas Schuld stand. Etwas, das die Gorgone mit einem Nicken zur Kenntnis nahm. Sie wusste, dass in der Schuld stehen bei übernatürlichen Wesen etwas anderes war als bei Menschen und daher wollte sie auch nicht widersprechen, außerdem war es irgendwie auch cool, wenn man sein eigenes Vorbild so beeindruckt hatte.
Medea erklärte dann jedoch den Unterschied zwischen theoretischen und praktischen Wissen, denn es machte einen großen Unterschied ob man von etwas gehört hatte oder es selbst erlebt hatte.
„Ich glaube, wenn ich mich nicht gerade um dich gekümmert hätte, wäre er mir danach sofort an die Gurgel gegangen. Doch du warst ihm wichtiger in dem Moment“ Medea lächelte. „Steht ihr euch nah?“
Bisher hatte sie die beiden nie als Einheit wahrgenommen, aber bisher war sie ihnen auch eher nur einzeln begegnet, vielleicht spürte man es auch nur, wenn man sie sah. Medea hatte damit keine Erfahrung, sie war einfach nur neugierig.


RE: Once upon a dream - Lilith - 09.04.2026

Medeas Frage nach der Natur ihrer Beziehung zu Mammon kam für Lilith komplett aus dem Nichts. Normalerweise nahmen die Erdlinge es sich nicht heraus, solche Dinge zu fragen. Zuviel Ehrfurcht und Respekt, was beides mit einer gewissen Distanz im Umgang mit ihnen einherging. Zumindest meistens. Wenn sie es nicht auf… engeren Kontakt anlegten, und das taten sowohl Mammon als auch sie doch recht häufig.
Aber diese Frage war ungewohnt persönlich. Liliths erster Instinkt war ein ‚Nein‘, was vermutlich auch irgendwie korrekt gewesen wäre, zumindest in dem Sinne, von dem Medea sprach. Mammon würde nicht kommen und ihre Haare flechten, während sie ihm von ihrem Liebeskummer berichtete, woraufhin er dann losziehen und die Person foltern würde, die sie verletzt hatte. Ungefähr so war doch die Vorstellung der Erdlinge von nahestehenden familiären Beziehungen, oder nicht?
Nein, das war ihr Verhältnis zu Mammon nicht. Aber andererseits ging es so viel tiefer, wie eine Verbindung nur sein konnte, wenn sie seit so langer Zeit existierte. Er war ihr erster Spielgefährte gewesen, als sie ein Jüngling war. Er kannte alle ihre Schwachstellen, vermutlich besser als irgendjemand sonst. Ihr Vertrauen zu ihm reichte tiefer, als die Erdlinge wohl jemals würden umfassen können. An manchen Tagen wollte sie ihn kopfüber aus dem Fenster eines ihrer Penthäuser hängen, sicherlich. Aber änderte das etwas an den Grundzügen?
„Wir sind Familie“, antwortete sie letztendlich, ihr Tonfall jedoch recht neutral. „Gibt es etwas Näheres als das?“
Die Antwort war wahrscheinlich nicht so detailliert, wie Medea es sich eventuell erhofft hatte. Aber am Ende des Tages war sie eine Angestellte von Wolfram & Hart, auch wenn sie sich in den letzten Tagen enorm für sie persönlich eingesetzt und dabei bewährt hatte. Sie war Damons Mitarbeiterin, und Lilith würde einen Teufel tun, bei ihm die Idee aufkommen zu lassen, dass Mammon im Zweifelsfall angreifbar wäre. Er war schließlich verwundbarer als sie…
Gewesen, musste sie sich selbst korrgieren. Ohne ihre Gnade hatte sich die Situation nun verändert. Aber umso wichtiger war es vermutlich, dass implizit klar war, dass sie einander unterstützen.
„Ich hätte das Gleiche für ihn getan“, fügte sie schließlich noch hinzu.


RE: Once upon a dream - Medea Young - 10.04.2026

Medea verstand noch nicht, wie die Konstellation um Lilith und Mammon funktionierte, eine tatsache, die sie wurmte. Vieles war für Medea klar ersichtlich, gerade wenn sie genug beobachtete, aber diese Teufelskinder waren anders. Nicht nur ihre Präsenz oder ihr Auftreten, einfach alles, ihre Bindungen, ihre Art zu reden. Alles schrie danach dass sie anders waren, aber genau das faszinierte die Gorgo so sehr, dass sie nicht anders konnte als ihre neugierigen Fragen zu stellen. Sie war froh, dass Lilith sie nicht auslachte oder sonst irgendwie zeigte, wie dämlich diese Frage war. Das war sie vermutlich für Lilith selbst schon, weil es ja offensichtlich. So fühlte sich tatsächlich auch die Antwort der anderen an. Es war so selbstverständlich, wie sie das sagte, dass Medea sich einen Momentlang schlecht fühlte, dass sie ihrer Familie nicht nah stand, nicht mal wusste, was dort gerade passierte. Dieser Moment war kurz, aber er war durchaus da und dennoch schüttelte sie ihn schnell wieder ab und konzertierte sich auf Lilith die weiter sprach.
„Ich hätte das Gleiche für ihn getan“
Medea lächelte.
Sie blieb einen Moment still und dachte kurz darüber nach. „Verstehe. Schön, dass ihr euch habt“ meinte sie dann und sah Lilith an. „Und wie ihr euch vertraut, kaum war er da, hast du dich fallen lassen“
Ja Medea hatte das mitbekommen, sie glaubte nicht daran, dass Lilith die Schmerzen nur so ausgehalten hatte, sie hätte das noch länger durchgezogen, da war sich Medea sicher.


RE: Once upon a dream - Lilith - 10.04.2026

„Und wie ihr euch vertraut, kaum war er da, hast du dich fallen lassen“
Gut, das war nun definitiv zu intim. Wie konnte es sein, dass Medea das nicht nur gesehen, sondern auch korrekt verbunden und interpretiert hatte? Die meisten Bewohner dieser Ebene waren nicht einmal ansatzweise so aufmerksam wie sie. Noch hatten sie dann darüber hinaus noch die Fähigkeit, die Dinge, die sie beobachtet hatten, in einen größeren Gesamtkontext einzubetten. Ihr Verhältnis zu Mammon war ungewöhnlich, klar. Das lag an ihrer beider Natur, wie sie aufgewachsen waren, dass ihre Persönlichkeiten sich oft genug heftig aneinander rieben, und dass sie einfach generell weit davon entfernt waren, wie die Menschen miteinander umgingen. Lilith konnte sich sehr gut anpassen in ihrem Alltag, wenn sie arbeitete und nicht auffallen wollte… aber in Mammons Gegenwart maskierte sie in der Regel nichts. Gar nichts.
Das führte häufig zu Irritationen bei anderen, aber Lilith kümmerte das herzlich wenig. Im Gegenteil, meist fand sie es von Vorteil, wenn man sie nicht direkt durchschaute, das war ihr präferierter Modus Operandi.
Dass Medea etwas so Subtiles nun quasi wie nebenbei aufschnappte und direkt auch analysierte, brachte sie unbequem nahe an eine persönliche Grenze, die Lilith mit Fremden lieber aufrecht erhielt. In ihrer Magengegend regte sich irgendetwas, und sie wusste, dass es wieder eines dieser anstrengenden Gefühle war. Dieses konnte sie aber kein bisschen zuordnen.
„Du stehst deiner Familie nicht nahe?“ Der Themenwechsel war nötig. Und ja, Medeas Reaktion vorher auf ihr Kinderzimmer hatte darauf schließen lassen, ähnlich wie der Ausdruck, der eben über ihr Gesicht gehuscht war, als Lilith von Mammon gesprochen hatte. Und wenn sie ihr so unangenehm nahe kam… dann waren auch diese Fragen für Lilith jetzt legitim.


RE: Once upon a dream - Medea Young - 14.04.2026

Lilith antwortete nicht weiter auf Medeas Feststellung, was diese nicht direkt störte. Sie war es gewöhnt, dass man gewisse Dinge unkommentiert ließ und besonders, weil das Thema ja doch etwas privater war. Vielleicht wollte Lilith nicht privat mit ihr reden, was Medea sehr schade fänd, denn irgendwie war Lilith schon ein gewisses Vorbild für sie. Doch sie würde es so akzeptieren, sollte es so sein. Lilith fragte nun nach ihrer Familie, was irgendwie selbstverständlich bei diesem Thema war und dennoch hatte Medea irgendwie nicht damit gerechnet, dass die Teufelstochter sich dafür interessierte. Sie wollte ihr jedoch auch keine Erklärung schuldig bleiben, dass wäre unter diesen Umständen wirklich unhöflich und unangebracht.
„Ich weiß nicht mal, ob sie noch leben“ erklärte Medea dann. „Ich hab nur zu meiner Patin noch Kontakt“
Medea dachte kurz an Eury und konnte noch immer nicht glauben, dass Medusas Schwester ihre Patin war. Es war absolut hirnrissig, aber es war so und Eury hatte alles getan um Medea zu beschützen, das würde die Gorgone ihr nie vergessen. Medea schüttelte den Kopf, das war kein Thema für jetzt, sie wollte ihre Geschichte nicht erzählen und noch viel weniger wollte sie den Menschen, die sie hätten Lieben sollen und es nicht getan hatten, diesen Raum geben.


RE: Once upon a dream - Lilith - 15.04.2026

Wofür Lilith sich interessierte und nicht interessierte konnte schnell schwanken. In gewissen Situationen konnte sie außergewöhnlich viel Geduld aufbringen, besonders für ein Höllenwesen – das war aber meist nur der Fall, wenn sie ein klares Ziel vor Augen hatte und eine genaue Vorstellung davon, wie sie es erreichen wollte. Meist waren ihre Interessen deutlich flatterhafter und besonders darauf fokussiert, was sie in diesem Moment gerade als wichtig empfand.
Und in diesem Fall hatte sie Medea ihr Leben zu verdanken, auch wenn sie weitaus zu stolz war, um das genau so zu verbalisieren. Sie wusste es, Medea wusste es auch. Mammon und Kisai wussten es. Natürlich war ihr Interesse daran, wer diese Person war, in deren Schuld sie nun stand, aktuell entsprechend groß.
Dass es das Gespräch weglenkte von ihr und Mammon war ein zusätzlicher Bonus.
Medea bestätigte mehr oder weniger ihre Annahme indem sie zugab, dass sie nicht einmal wusste, ob ihre Familie noch lebte. Abgesehen von ihrer Patin… die sie aber auch nicht näher benannte.
Hätte sie ihre Gnade noch gehabt, dann hätte Lilith womöglich ihre Aura schneller und sauberer lesen können, und den Widerstand gegen das Thema gespürt. Ob sie es dann fallen gelassen hätte wäre eine andere Frage, aber sie hätte es sicherlich augenblicklich bemerkt. Jetzt allerdings, ohne ihre Gnade, ihre Kräfte deutlich schwächer, und ihr Körper noch durchtränkt von Überresten weißer Magie, die sie weiterhin zittern ließen – die subtile Ablehnung fiel ihr so nicht auf.
„Das klingt nicht als würdest du sie betrauern“, stellte sie zunächst einmal nüchtern fest. Das war erstmal nichts Ungewöhnliches in dämonischen Familien. Lilith selbst würde ihrem Vater keine Träne nachweinen, selbst jetzt nicht, wo sie welche weinen konnte. Besonders jetzt nicht.
„Was unterscheidet deine Patin von ihnen?“


RE: Once upon a dream - Medea Young - 23.04.2026

Medea sah nach draußen, auch wenn es quasi kein Draußen war und dennoch gefiel ihr der Blick in die Ferne, bevor Lilith meinte, dass es nicht so klang als würde Medea es betrauern, dass sie nichts von ihrer Familie wusste.
„Tu ich auch nicht. Sie sind nicht wichtig für mein Leben und werden es auch nie wieder sein“ erklärte sie dann und zuckte mit den Schultern, es war ihr mittlerweile wirklich gleich was mit diesen Personen geschehen würde. Je nach Situation hatte sich Medea auch schon öfter vorgestellt, dass sie sie umbringen würde, so wie diese es einst mit ihr tun wollten, aber eigentlich hatten sie das gar nicht verdient. Medea dachte einfach so wenig wie möglich an sie und als Lilith nach ihrer Patin fragte, wurden Medeas Gesichtszüge weich und ein sanftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
„Eury ist ebenfalls eine Gorgo und hat mich vor dem Tode bewahrt. Sie versteht mich“ erklärte Medea dann. „ich würde ihr mein Leben anvertrauen“ Medea sah zu Lilith herüber. „So wie du deinem Bruder“


RE: Once upon a dream - Lilith - 23.04.2026

Medea machte zunächst einen leicht abwesenden Eindruck, als ihre Familie zur Sprache kam. Dann beantwortete sie die Frage aber doch noch – ähnlich nüchtern und distanziert, wie Lilith sie gestellt hatte. Eine derart kalte Distanz zu Personen, zu denen man von Geburt aus eine biologisch enge Beziehung hatte… die musste ihren Ursprung in einem Trauma finden.
Und kurz darauf bestätigte Medea ihr auch genau das.
„Eury ist ebenfalls eine Gorgo und hat mich vor dem Tode bewahrt. Sie versteht mich“
„Deine Familie wollte dich töten“, verbalisierte Lilith ihre Vermutung direkt, sobald die Puzzlestücke an ihren Platz fielen. Es war keine Frage, sondern eine Feststellung. Die Tatsache, die es ganz offenbar war. Medea war eine Gorgo, das hatte sie schon immer gewusst. Daher die Brille. Aber diese Informationen…
„Sie wollten dich töten, als du dich verwandelt hast“, fügte sie schließlich noch hinzu. „Sind sie menschlich?“ Keine andere Spezies würde mit derartiger Kleingeistigkeit auf ein übernatürliches Phänomen reagieren, das sie sich nicht erklären konnte. Aber… ihre leiblichen Eltern konnten sie dann ohnehin nicht gewesen sein. Zwei Menschen würden niemals einfach so eine Gorgone hervorbringen. Nicht ohne übernatürlichen Einfluss.
Lilith bemerkte, dass ihr da irgendwie noch ein Stück fehlte, um das Gesamtbild zu vervollständigen. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie immer noch vollgepumpt war mit weißer Magie, die ihren Kopf benebelte und ihren Körper unter Strom hielt. Ihre Konzentration war eher… mittelmäßig. Im besten Fall. Das permanente Zittern war enorm nervig.
„Deine Patin ist eine Gorgo…“ wiederholte sie, den Gedanken mental sortierend. „Warte, meinst du Euryale?“


RE: Once upon a dream - Medea Young - 23.04.2026

Als Lilith es so direkt aussprach, spürte Medea einen Stich im Herzen, der, der immer kam, wenn es um ihre Familie ging. Kurz hatte sie das Gefühl, dass ihr die Kontrolle über die Traumebene entglitt, aber dann hatte sie sich auch wieder gefangen, wobei ihr der Gedanke an ihre Patin doch sehr geholfen hatte. Eury rief einfach ein Gefühl in ihr hervor, das sie beruhigte und ein bisschen erdete. Medea nahm ihre Brille ab und griff sich mit dem Zeigefinger und ihren Daumen zwischen die Augen um dort leichten Druck auszuüben, auch um ihre Gefühle schneller wieder unter Kontrolle zu kriegen. Ihre Familie hatte diese Gefühle nicht verdient, keinen Gedanken hatte sie verdient.
„Ja sind sie“
Medea konnte dazu nicht viel sagen, wollte sie aber auch gar nicht. Warum auch? Lieber saß sie einfach hier bei Lilith und ließ ihre Brille wirklich mal an der Seite liegen, etwas, das sich so unwirklich anfühlte, aber in Lilith' Gegenwart, hier in dieser Traumebene war es sicher. Hier konnte sie niemanden verletzen, niemanden versteinern. Medea verkniff sich das Seufzen, sie fühlte sich in dieser Ebene sehr wohl und hatte das Gefühl, dass ein warmes Gefühl auch durch die Ebene ging, als sich der Himmel des draußens in einen Sonnenuntergang färbte, mit die schönste Zeit des Tages wie Medea empfand.
Es war für Medea seltsam befreiend mit Lilith in dieser Ebene zu sitzen, sich an sie zu lehnen und einfach zu reden. Ganz ohne sich Gedanken zu machen, ob Lilith in Sicherheit war, den einerseits war sie das durch den anderen Engel jetzt und Medea konnte mit ihren Kräften ihr gar nichts anhaben.
Lilith fragte nochmal nach ihrer Patin und ein bisschen wunderte es Medea, dass sie sie beim vollen Namen nannte.
„Ja, kennst du sie?“ fragte sie dann sogleich und war neugierig wie die Antwort ausfallen würde.


RE: Once upon a dream - Lilith - 24.04.2026

Die Antwort, die sie auf ihre Aussagen bekam, beschränkte sich auf ihre direkte Frage. Ja, sie waren menschlich. Keine weiteren Worte, keine weiteren Erklärungen. Lilith hatte lange und ausführlich genug mit Erdlingen zu tun, um sofort zu erkennen, dass das eine Abwehrreaktion war, zum Schutz. Auch das Nicht-Gesagte war Bestätigung dafür, was Medeas Familie ihr angetan hatte.
Die Ebene schien kurz zu flackern, offensichtlich instabil aufgrund der emotionalen Schieflage, in der sich die Erschafferin dieser Umgebung aktuell befand. Lilith gab an dieser Stelle subtil ein klein wenig ihrer eigenen Energie hinein, um sie zu festigen – viel hatte sie nicht, bei weitem nicht genug, um die Traumebene selbst auszugestalten, nicht so kurz nach der Tortur eben – aber dafür reichte es. Kurz darauf schien Medea sich auch zu entspannen, und eine Welle der Wärme flutete den Raum. Eine komfortable Wärme.
Sie rückte ein Stück ab von ihrer Position, in der sie so nebeneinaner saßen, sodass sie sich ein Stück drehen und die Dämonin ansehen konnte. Wirklich ansehen, wahrscheinlich zum ersten Mal seit ihrem Kennenlernen, da sie ihre Brille kurz zuvor abgenommen hatte. Dann hob sie eine Hand und strich ihr sachte das Haar hinter ihre Ohren. So schöne Augen sollten nicht verdeckt sein, wenn sie schon mal die Gelegenheit hatte, sie zu sehen.
„Sie sind und waren deiner nie würdig“, zirkelte sie dann das Gesprächsthema noch einmal zurück, allerdings in einer Finalität, die keine weitere Reaktion erfordern würde, wenn Medea das nicht wollte. Den Ausweg gab sie ihr.
„Du bist größer als ein paar armselige Menschen, deren Horizont nicht reicht, um das zu umfassen.“

Dann kam das Gespräch zufällig auf Euryale und Lilith ließ ihre Hand wieder sinken.
„Kennst du sie?“
„Sie ist eine der Schwestern. Natürlich kenne ich sie“, war ihre einfache Reaktion.